Langhaar – Wikipedia

Löwenmähne

Langhaare sind eine bei einigen Tierarten auftretende Sonderform der Haare. Wie ihr Name bereits anzeigt, sind sie besonders lang und besitzen eine lange Wachstumsphase. Außerdem sind sie relativ dick und dadurch nur wenig verformbar. Das Langhaar dient in erster Linie als Schutz vor Insekten oder um Unterschiede der Geschlechter zu markieren (Löwenmähne). Auch das Haupthaar des Menschen ist Langhaar.

Langhaare kommen bei verschiedenen Tierarten an unterschiedlichen, jeweils typischen Körperteilen vor. Beim Löwen sind es neben der Schwanzquaste, eine Kopf-, Hals- und Bauchmähne. Der Ziegenbart (Barba) ist typisch für Ziegen.

Schwänze (Schweife)

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Bei velen der behaarten Tierarten weist der Schwanz längere Haare als das übrige Fell auf, beispielsweise beim Rotfuchs, An der Schwanzspitze verschiedener Säugetiere, etwa von Rindern, Eseln, Zebras und Schweinen tritt eine Quaste aus Langhaaren auf.

Heckpferde mit Stehmähne im Wisentgehege Hardehausen
Przewalski-Pferd mit Stehmähne
Stehmähne eines Zebras

Pferde besitzen neben dem Deckhaar zusätzlich das Langhaar. Zum Langhaar zählen Schopf (lat. Cirrus capitis), Mähne (Juba) und Schweifhaare (Cirrus caudae). Schopf, Mähne und Schweif dienen nicht nur als Schutz vor Insekten. Das Insektenverscheuchen geschieht vor allem durch gezielte Muskelkontraktionen.

Das Przewalski-Pferd hat eine Stehmähne die eventuell auch der Tarpan aufwies, so dass die beiden ursprünglichen Wildpferdarten möglicherweise wie alle anderen Pferdeartigen eine Stehmähne hatten. Eine solche wurde auch bei einem Teil der Heckpferde durch Einkreuzung von Przewalski-Pferden erzielt. Diese Pferde kann man beispielsweise im Wisentgehege Hardehausen besichtigen.

Durch eine selektive Zucht wurden Pferde, die das Langhaar beim Fellwechsel nicht abwerfen, gezielt gezüchtet. Dies beruht auf einem Gendefekt namens Hypertrichie.[1]

Als Köten (Cirrus metacarpeus bzw. metatarseus) werden längere Haare am Fesselgelenk des Pferdes bezeichnet. Die Köten schützen die Fesselbeuge vor Feuchtigkeit, indem das Wasser an den Kötenhaaren entlang abtropft und so an der empfindlichen Fesselbeuge vorbei geleitet wird. Bei stark ausgeprägten Köten spricht man von Kötenbehang oder Fesselbehang. Charakteristisch ist ein stark ausgeprägter Kötenbehang bei vielen Kaltblutpferden. Manche Pferderassen (beispielsweise Friese und Tinker) werden auf reiches Langhaar und Kötenbehang gezüchtet. Bei übermäßigem Kötenbehang trocknet dieser in der feuchten Jahreszeit jedoch kaum noch richtig ab, und es besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Mauke. In der Kötenregion muss immer in Haarrichtung geschoren werden, damit ein kleiner Rest des Kötenbehangs stehen bleibt und die Wasserableitung gewährleistet ist.

Lange Haare, die der Wasserableitung dienen, werden allgemein Grannenhaare genannt. Pferde haben auch am Unterkiefer, in den Ohren und entlang der Beine Grannenhaare, an denen das Wasser abtropfen kann. Insbesondere nördliche Ponyrassen im Winterfell haben häufig ausgeprägte Grannenhaare.

Chemisch betrachtet sind Langhaare Naturstoffe mit einem hohen Proteingehalt, genauer Keratingehalt.

Um ein Pferd für ein Turnier herauszuputzen, wird die Mähne häufig eingeflochten, beispielsweise in einen Spanischen Zopf.

Commons: Langhaar (Pferd) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Katherine A. Houpt: Post | Kikolily | Natürliche Pferdepflege | Schweiz. In: Domestic Animal Behavior for Veterinarians and Animal Scientists. ISBN 978-0-470-95837-7 (kikolily.com [abgerufen am 19. Juli 2019]).