Serkan Tören – Wikipedia

Serkan Tören (2009)

Serkan Tören (* 6. November 1972 in Fatsa, Türkei) ist ein türkisch-deutscher FDP-Politiker.

Nach dem Abitur im Jahre 1992 am Vincent-Lübeck-Gymnasium (damals noch Vincenct-Lübeck-Schule) in Stade studierte Tören Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg. Das Erste Staatsexamen legte er erfolgreich 1997 ab, das Zweite Staatsexamen folgte 2003. Seit 2004 arbeitete er als Rechtsanwalt in Hamburg.

Tören trat 1993 in die FDP ein. Er ist stellvertretender Bezirksvorsitzender Elbe/Weser und Mitglied im Landesvorstand Niedersachsen. Bei der Bundestagswahl 2009 wurde sein Einzug in den Bundestag durch den achten Listenplatz auf der Landesliste der FDP möglich. Er war Mitglied des Innenausschusses des Deutschen Bundestages und im ersten Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund.

Durch das Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde war er im 18. Deutschen Bundestag nicht vertreten.

2015 verlor Tören in einer Kampfabstimmung den Vorsitz des FDP-Kreisverbandes Stade, den er bis dahin innehatte.[1]

Politische Standpunkte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tören setzt sich für einen gesetzlichen Rechtfertigungsgrund der religiös motivierten Beschneidung und ein Verbot der Ganzkörperverschleierung von Frauen im öffentlichen Raum ein.[2][3]

Tören äußerte die prinzipielle Bereitschaft dazu, seinen Sohn – wenn er einen hätte – beschneiden zu lassen, auch wenn dies gegen ein Gesetz verstoßen würde.[4]

Kontroverse mit Bushido

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Serkan Tören den Burda Verlag aufgefordert hatte, dem Rapper Bushido den Bambi-Integrationspreis abzuerkennen, rief Bushido im Song Stress ohne Grund zur Gewalt unter anderem gegen Tören, Klaus Wowereit und Claudia Roth auf. Bushido textete: „Ich mach Schlagzeilen, fick deine Partei und ich will, dass Serkan Tören jetzt ins Gras beißt“.[5] Sowohl Serkan Tören als auch Klaus Wowereit erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen Bushido.[6] Tören erklärte, er wolle mit seiner Strafanzeige ein Zeichen setzen. Bushido agiere mit den Texten gegen „Minderheiten, gegen Homosexuelle, gegen Andersdenkende.“[7] Die Staatsanwaltschaft Berlin erhob im September 2013 ihrerseits Anklage gegen Bushido wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Gewaltdarstellung.[8] Die Klage wurde Ende November 2013 vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten mit Verweis auf die Kunstfreiheit abgewiesen.[9]

Commons: Serkan Tören – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Wolfgang Stephan: Serkan Tören: Das Ende einer Polit-Karriere (Memento vom 26. Mai 2015 im Internet Archive). In: tageblatt.de, 26. Mai 2015. Abgerufen am 26. Mai 2015. (kostenpflichtiges Angebot)
  2. FDP-Politiker strebt neues Gesetz zu Beschneidungen an (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), Meldung auf domradio.de vom 30. Juni 2012.
  3. „Burkaverbot“ – Verbot der Ganzkörperverschleierung von Frauen im öffentlichen Raum, Petition von Serkan Tören und Tobias Huch auf Change.org.
  4. Religionsfreiheit oder Kindeswohl: Darf man kleine Jungs beschneiden? [Politsendung log in]. 23. August 2012 (youtube.com [abgerufen am 19. Januar 2024] Bezug auf Ausschnitt ab Videominute 00:06:30).
  5. Neuer Eklat. Bushido ruft zum Politiker-Mord auf in: Berliner Kurier vom 12. Juli 2013, abgerufen am 31. Juli 2013
  6. Wowereit stellt Strafanzeige – Bushido gibt Interview Berliner Morgenpost, 15. Juli 2013. Abgerufen am 19. August 2012
  7. „Stress ohne Grund“: Serkan Tören stellt Strafanzeige gegen Bushido, Deutsch Türkische Nachrichten, 17. Juli 2013. Abgerufen am 19. August 2013
  8. Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Bushido Spiegel Online, abgerufen am 17. September 2013
  9. Süddeutsche Zeitung vom 20. Februar 2014