Streifenfarne – Wikipedia

Streifenfarne

Asplenium-Arten im Spessart:
Nordischer Streifenfarn (Asplenium septentrionale) oben, Milzfarn (Asplenium ceterach) unten Mitte und Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes) unten links

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Tüpfelfarnartige (Polypodiales)
Familie: Streifenfarngewächse (Aspleniaceae)
Gattung: Streifenfarne
Wissenschaftlicher Name
Asplenium
L.

Die Streifenfarne (Asplenium) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae).[1][2][3][4] Die über 700 Arten sind fast weltweit verbreitet.[1][2][5]

Illustration des Braunstieligen Streifenfarns (Asplenium trichomanes), links und des Schwarzstieligen Streifenfarns (Asplenium adiantum-nigrum), rechts
Querschnitt eines Asplenium-Sorus - Mikroskop Skala=0,35 mm
Illustration von A Mauer-Streifenfarn (Asplenium ruta-muraria, links) und B Nordischer Streifenfarn (Asplenium septentrionale, rechts)
Illustration von Asplenium shuttleworthianum aus Gustav Kunze: Die Farrnkräuter in kolorirten Abbildungen naturgetreu Erläutert und Beschrieben, 1840

Die Streifenfarn-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen.[6] Sie gedeihen epiphytisch, lithophytisch oder terrestrisch.[1] Sie besitzen ein kurzes, aufrechtes, manchmal auch kriechendes Rhizom, an dem dunkle, lineal-lanzettliche, gegitterte (clathrate)[1] Schuppen sitzen. Die fertilen (sporangientragenden) und sterilen Wedel sind gleichgestaltig: bis zu vierfach gefiedert oder gabelteilig, seltener (wie bei der Hirschzunge) ungeteilt.[1] Die Adern enden frei. Die Blattstiele sind meist am Grund dunkel, häufig kahl und besitzen zwei Leitbündel, die sich oft zu einem x-förmigen Bündel vereinigen[6].

Die Sori stehen einzeln und vom Rand entfernt. Wie der Schleier (Indusium) sind sie meist linealisch,[6] wovon sich auch der Name Streifenfarn ableitet.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 35 oder 36.[1]

Systematik und Verbreitung

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Asplenium acuminatum
Schwarzstieliger Streifenfarn (Asplenium adiantum-nigrum)
Asplenium aureum
Asplenium australasicum
Billots Streifenfarn (Asplenium billotii)
Asplenium bradleyi
Lebendgebärender Streifenfarn (Asplenium bulbiferum)
Milzfarn (Asplenium ceterach)
Jura-Streifenfarn (Asplenium fontanum)
Efeufarn (Asplenium hemionitis)
Asplenium jahandiezii
Asplenium kaulfussii
Meer-Streifenfarn (Asplenium marinum)
Asplenium montanum
Nestfarn (Asplenium nidus)
Asplenium normale
Asplenium oblongifolium
Asplenium obovatum subsp. obovatum
Asplenium obtusatum
Asplenium petrarchae
Asplenium polyodon
Kriechender Streifenfarn (Asplenium rhizophyllum)
Asplenium ritoense
Mauer-Streifenfarn (Asplenium ruta-muraria)
Asplenium rutifolium
Hirschzunge (Asplenium scolopendrium)
Habitus von Asplenium sellowianum im Habitat
Ausschnitt der Blattunterseite mit Sori von Asplenium sellowianum
Habitus von Asplenium serratum im Habitat
Asplenium surrogatum
Habitus von Asplenium trichomanes subsp. pachyrachis
Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes subsp. quadrivalens)
Habitus von Asplenium ulbrichtii im Habitat
Habitus von Asplenium vieillardii
Grüner Streifenfarn (Asplenium viride)
Habitus von Asplenium viviparum var. daucifolium
Habitus von Asplenium wilfordii im Habitat
Habitus von Asplenium wrightii

Die Erstveröffentlichung der Gattung Asplenium erfolgte durch Carl von Linné. Der Gattungsname Asplenium wurde vom Milzfarn (Asplenium ceterach) auf die Gattung übertragen und leitet sich vom griechischen Wort splen für Milz ab und beruht auf der früheren Verwendung der Art bei „Milzsucht“.[7][8]

Die Abgrenzung der Gattung Asplenium innerhalb der Familie Aspleniaceae wird kontrovers diskutiert. Möglicherweise sind alle übrigen Gattungen der Familie in die Gattung Asplenium einzugliedern. Unabhängig davon umfasst die Gattung mit rund 700 Arten den Großteil der Familie.[9] Bei maximalen Umfang der Gattung Asplenium L. gelten als Synonyme: Acropteris Link, Amesium Newman nom. superfl., Antigramma C.Presl, Arcasplenium Moore ms. ex Baker, Asplenidictyum (Hook.) J.Smith, Asplenium nothosubgen. Asplenoceterach (D.E.Mey.) Rosselló, Muss, Salvo & N.Torres, Asplenium subgen. Ceterach (Willd.) Vida ex Bir, Fraser-Jenk. & Lovis, Asplenium subgen. Phyllitis (Hill) Jermy & Viane, Asplenium subgen. Phyllitopsis (Reichst.) Jermy & Viane, Biropteris Kümmerle, Boniniella Hayata, (gilt manchmal als akzeptierte Gattung) Caenopteris Berg, Ceterach Adanson, Ceterach Garsault, Ceterach Lam. & DC., Ceterach Willd. nom. cons., (gilt manchmal als akzeptierte Gattung). Ceterachopsis (J.Smith) Ching, Ceterachopsis J.Smith, Chamaefilix Hill, Cheilosorum J.Smith, Dareastrum Fée, Darea Jussieu, Diplora Baker, Eremopodium Trevisan, Glossopteris Rafinesque nom. superfl., Glossopteris Rafinesque, Hemionites J.Smith, Hemionitidastrum Fée, Homatoneuron Klotzsch, Hymenasplenium Hayata, Lobium Keyserling, Loxoscaphe (Blume) Presl, Loxoscaphe Moore,Macrophyllidium Rosenst., Micrasplenium Keyserling, Micropodium Mettenius non Saporta,Neottopteridastrum Fée, Nephrodium J.Sm., Notolepeum Newman, Onopteris Necker, Parasplenium Keyserling, Phyllitis Hill, Phyllitis J.Smith, Phyllitis Ludwig, Phyllitis Moench, Scolopendrium Adanson, Sinephropteris Mickel, Stormesia Kickx f., Tarachia Presl, Thamnopteris (Presl) Presl nom. superfl., Trichomanes Bubani, Triphlebia Baker.[10][11]

Daneben gibt es auch zahlreiche inter- und intraspezifische Hybriden, die jedoch wie alle Farn-Hybriden an den oft verklumpten Sporen bzw. unentwickelten Sporangien erkennbar sind.

Die über 700 Arten sind fast weltweit verbreitet.[5] In Mitteleuropa kommen etwa 17 Arten vor.[6][12] Wenn die Gattung Hymenasplenium (mehr als 30 Arten, 8 davon in China) als eigenständig abgetrennt ist, dann kommen in China 90 Arten vor, 17 davon nur dort.[1] In Australien gibt es etwa 30 Arten.[13]

Es gibt etwa 700 Asplenium-Arten:[4]