Straßensystem in Namibia – Wikipedia
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Das gesamte namibische Straßennetz ist (Stand 2023[1]) 49.208,1 Kilometer lang und zum Großteil entsprechend der Fahrbahndecke und Anzahl von Fahrstreifen kategorisiert. Es gilt (Stand 2024) laut dem Weltwirtschaftsforum als bestes Straßennetz in Afrika.[2]
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auf geteerten Straßen 120 km/h, auf unbefestigten Straßen 100 km/h und 60 km/h in Ortschaften. Obwohl Linksverkehr gilt, sind die Wegstrecken und Entfernungen auf den Hinweistafeln in Kilometer angegeben.
Straßenoberbautypen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Straßenbefestigungen bestehen dabei aus folgenden Straßenoberbautypen (Stand 2023):[1]
- Bitumendecke: 8043,1 Kilometer (km)
- Schotter-/Kiestragschicht: 26.047,8 km
- Salztragschicht: 330,7 km (insbesondere die C34)[3]
- Erd- und Sandtragschicht: 13.760,6 km
- Sonstige: 1356,5 km
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Nach Regionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stand: 2023[1]
Region | Bitumen (in km) | Schotter/Kies (in km) | Salz (in km) | Erde (in km) | Sonstige (in km) | Gesamt (in km) |
---|---|---|---|---|---|---|
Erongo | 417,8 | 1748,5 | 274,3 | 1020,4 | 51,2 | 3512,2 |
Hardap | 637,2 | 4566,7 | 0,0 | 1384,6 | 11,7 | 6600,2 |
ǁKharasKlicklaut | 1169,9 | 5106,5 | 5,0 | 1609,8 | 67,8 | 7686,5 |
Kavango-Ost | 331,9 | 465,9 | 0,0 | 664,0 | 98,4 | 1560,1 |
Kavango-West | 423,9 | 20,79 | 0,0 | 641,0 | 27,8 | 1300,6 |
Khomas | 334,8 | 1720,1 | 0,0 | 648,5 | 58,4 | 2751,8 |
Kunene | 513,0 | 2648,4 | 25,0 | 1526,9 | 189,1 | 4902,4 |
Ohangwena | 343,2 | 182,0 | 0,0 | 286,2 | 375,7 | 1187,0 |
Omaheke | 404,9 | 2974,1 | 0,0 | 2055,3 | 70,2 | 5504,2 |
Omusati | 686,2 | 393,8 | 0,0 | 740,1 | 356,3 | 2176,3 |
Oshana | 110,4 | 209,9 | 0,0 | 142,5 | 246,2 | 709,0 |
Oshikoto | 502,6 | 712,1 | 0,0 | 339,7 | 239,9 | 1794,3 |
Otjozondjupa | 909,7 | 4438,2 | 0,0 | 1700,9 | 300,5 | 7341,1 |
Sambesi | 498,2 | 229,8 | 0,0 | 543,6 | 30,1 | 1301,7 |
Straßentypen und -nummerierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeines:
- A-Straßen sind Autobahnen mit mindestens zwei Fahrspuren pro Richtung und stets asphaltiert und mit trennendem Mittelstreifen. Diese wurden erstmals im Januar 2017 eingeführt.[4]
- B-Straßen sind Nationalstraßen, mindestens zweispurig und asphaltiert mit Fahrbahnmarkierungen.
- C-Straßen (neu auch MR-Straßen) sind Hauptstraßen und teilweise asphaltiert, sonst mit Schotter-/Kiestragschicht oder an der Atlantikküste als Salzstraße (z. B. C34).
- D-Straßen (neu DR-Straßen für englisch District Roads = Distriktstraßen) sind unterschiedlich gut gewartete Schotterpisten, selten Sandstraßen (z. B. D2612); in wenigen Ausnahmefällen (DR3608, D1526, D826 zwischen C19 und Sesriem, D3508) auch asphaltiert.
- M-Straßen (neu MR-Straßen für englisch Main Roads = Hauptstraßen) ersetzen beziehungsweise ergänzen teilweise die Bezeichnungen der C- und D-Straßen.
- P-Straßen (neu F-Straßen) sind schmale und nicht regelmäßig gepflegte private Zufahrtswege zu Farmen, die nicht direkt über eine der anderen Straßennummern erreichbar sind.
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Öffentliche Straßen der Kategorien A, B, C und D sowie M werden von der Roads Authority betrieben. Der Begriff Pad (Afrikaans für Straße) bezeichnet in Namibia jegliche Art von Straße unabhängig vom Belag, es gibt z. B. „Teerpads“, aber auch „Sand-“ und „Salzpads“.
Unbefestigte Straßen bestehen aus Schotter, Kies, Sand oder Salz. Während Schotter und Sandstraße planiert und verdichtet werden, bestehen Salzstraßen aus einem Gemisch von Wüstensand und Salz, welches befeuchtet ausgebracht und dann verdichtet wird. Durch morgendlichen Nebel oder bei seltenen Regenfällen sind diese Straßen schmierig glatt. Auf D- und F-Straßen gibt es häufig Farmtore oder Vieh- bzw. Wildgitter. In Namibia gibt es nur wenige Brücken über Flussbetten und Bachläufe, da diese das ganze Jahr über trocken liegen. Die Straßen führen durch diese natürlichen Senken hindurch, auf welche mit Verkehrszeichen hingewiesen wird. In der Regenzeit führen diese Läufe hingegen Wasser und sind direkt zu durchqueren.
Der Zustand der Oberfläche hängt stark vom Nutzungsgrad und dem zeitlichen Abstand zur letzten Bearbeitung ab. So sind D-Straßen u. U. in einem besseren Zustand als hochfrequentierte Hauptstraßen. Anders als in Europa ändert sich die Fahrbahnqualität während eines Jahres deutlich. Auf viel befahrenen Schotterstrecken, welche lange nicht geglättet wurden, bildet sich eine Wellblechoberfläche, in Deutschland auch Waschbrettoberfläche genannt. Das Fahren bei einem schlechten Zustand ist eine Herausforderung für das Fahrzeug und den Fahrer.
In Ortschaften sind die Straßenbeläge sehr unterschiedlich. Je nach Ortsgröße gibt es asphaltierte, gesandete oder geschotterte Straßen. Hauptdurchfahrtsstraßen in größeren Orten sind meist, auch wegen der Staubentwicklung, asphaltiert.
Autobahnen
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Autobahnen (englisch Freeway) gibt es in Namibia seit 2017 mit der Fertigstellung des ersten Abschnitts zwischen Windhoek und Okahandja. Eine Autobahn in Namibia hat stets mindestens zwei Fahrstreifen je Richtung, welche durch einen breiten Mittelstreifen, häufig durch Leitplanken oder Zäunen getrennt sind. Die Qualität ist durchgehend sehr gut. Autobahnen haben wie in Europa keine Kreuzungen und besitzen Auf- und Abfahrten.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt, sofern nicht anders angegeben, 120 km/h.
Nationalstraße | Endpunkt 1 | Endpunkt 2 | Länge | Karte | Bild |
---|---|---|---|---|---|
Autobahn A1 | Windhoek | Okahandja (geplanter Zielort) | 50 km fertiggestellt (Stand Juli 2019) | ![]() | ![]() |
Autobahn A2 | Walvisbay | Swakopmund | 31 km | ![]() A2 zwischen Walvisbay und Swakopmund | |
Autobahn A? | Windhoek | Hosea Kutako International Airport (geplanter Zielort) | im Ausbau (50 km) seit 18. November 2019[5] |
Nationalstraßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Nationalstraßen (englisch National road) sind in Namibia die Hauptverkehrsstraßen für den Fernverkehr. Sie sind asphaltierte, meist zweispurige Hauptstraßen mit Fahrbahnmarkierungen. Sie sind die Hauptverkehrsachsen des Landes und man unterscheidet derzeit acht Nationalstraßen, welche mit einem B und einer Nummer bezeichnet werden. Die Straßensymbole sind fünfeckig und grün mit gelbem Rand, die Schrift darauf ist ebenfalls in Gelb gehalten.
In ihrem Verlauf sind ausgewiesene Rastplätze, mit Sitzgelegenheiten und teilweise mit Toilette angelegt.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt, sofern nicht anders angegeben, 120 km/h.
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Hauptstraßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hauptstraßen sind in Namibia Hauptverkehrsstraßen zweiter Ordnung und teilweise asphaltiert, meist jedoch unbefestigt. Die unbefestigten Abschnitte sind meist mit einer Schotter-/Kiestragschicht versehen. Die Hauptstraßen werden mit einem C und einer fortlaufenden Nummer bezeichnet, die Straßensymbole sind rechteckig und grün, die Schrift darauf in gelb gehalten.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt, sofern nicht anders angegeben, 100 km/h.
Ausgewählte Nebenstraßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Namibia sind Nebenstraßen nicht-asphaltierte Straßen der Kategorien D (bzw. DR) und M (bzw. MR). Auch Straßen der Kategorie F (vormals P) zählen hierzu.
Nebenstraße | Endpunkt 1 | Endpunkt 2 | Länge | Foto |
---|---|---|---|---|
D707 | C27 25°32′13″S 016°19′16″E | C13 26°15′04″S 016°35′09″E | 122 km | ![]() ![]() |
D826 (in Teilen auch Hauptstraße C27) | C19 -24.449677 15.909768 | 4x2-Parkplatz beim Sossusvlei -24.729827 15.319538 | 75 km | ![]() |
D1001 | C22 23°56′25″S 019°18′03″E | D1046 23°55′24″S 019°55′43″E | 65 km | ![]() ![]() |
D1237 | B1 ![]() | C26 ![]() | 43 km | ![]() ![]() |
D1984 | C28 22°41′16″S 014°35′11″E | C14 22°58′59″S 014°35′47″E | 33 km | ![]() ![]() |
D1985 | C28 22°52′02″S 015°43′07″E | D1982 23°03′28″S 015°43′00″E | 22 km | ![]() ![]() |
D2612 | C39![]() | C35![]() | 77 km | ![]() ![]() |
D3819 | C22 (Onderombapa) 23°08′57″S 019°33′22″E | D3820 23°02′27″S 019°54′55″E | 41 km | ![]() ![]() |
M39 | C20 ![]() | D1099 bei Union’s End ![]() | 115 km | ![]() ![]() |
M118 | Oranjemund ![]() | C13 bei Rosh Pinah ![]() | 79 km | ![]() ![]() |
Korridore der Walvis Bay Corridor Group
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
nach Angaben der Walvis Bay Corridor Group:[7]
- Walvis Bay-Ndola-Lubumbashi Development Road (ehemals Trans-Caprivi Highway bzw. Trans-Caprivi Corridor)
- Trans-Cunene Corridor (auch Trans-Cunene Highway)
- Trans-Kalahari Corridor (auch Trans-Kalahari Highway)
- Trans-Oranje Corridor (auch Trans-Oranje Highway)
Innerstädtische Straßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wichtige innerstädtische Straßen in Namibia sind unter anderem
- Independence Avenue (ehemals Kaiserstraße) in Windhoek
- Robert Mugabe Avenue (ehemals Leutweinstraße und Joan Harrison Street) in Windhoek
- Sam Nujoma Avenue (ehemals Curt von François St) in Windhoek
- Sam Nujoma Avenue (ehemals Kaiser-Wilhelm-Straße) in Swakopmund
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Uwe Jäschke, Nils Bruzelius, Günter Seydack et al: History of the Namibian Road Sector. Roads Authority, Windhoek 2011, ISBN 978-99945-71-48-2.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Namibische Straßenbehörde
- Klaus Dierks: Pfade, Pads und Autobahnen, Verkehrswege erschließen ein menschenleeres Land
- Klaus Dierks: Namibian Roads in History: From the 13th Century till Today, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 1992, Vorwort von Samuel Nujoma
- Detaillierte Straßenkarte Namibias
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c National Infrastructure Atlas 2023. Namibia Statistics Agency, S. 63 ff.
- ↑ World Economic Forums’s African Road Quality Award. NBC. Februar 2024. Abgerufen am 6. Juni 2024.
- ↑ Große Kilometerziele bis 2018. Allgemeine Zeitung, 1. April 2016. ( vom 1. April 2016 im Internet Archive)
- ↑ Aus B1 wird A1, aus grün wird blau: Neuer Standard für „Freeways“. Allgemeine Zeitung, 6. Januar 2017.
- ↑ Phase 2A of Hosea Kutako dual-carriageway construction launched. Namibia Press Agency, 18. November 2019.
- ↑ Straßenbau nach Katwitwi auf Kurs - Allgemeine Zeitung, 2. April 2013, S. 3 ( des vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ Website der Walvis Bay Corridor Group. Abgerufen am 25. Januar 2021.